Veröffentlicht: Montag, August 13, 2012 von Agnieszka Berlin

Ein Papst auf dem Cover – oder warum die „Titanic“ wieder Wellen schlägt

Papst Benedikt XVI. dürfte Schlagzeilen gewohnt sein – schon zu seiner Zeit als Kardinal Ratzinger und als Vorsitzender der Glaubenskongregation sorgte er regelmäßig mit seinen Entscheidungen für Kontroversen und bis heute eckt er an: konservativ, von gestern, nicht von dieser Welt – nur ein paar Schlagwörter der Kritik aus aller Welt. Meistens sitzt der heilige Vater den Wirbel um ihn aus, doch ein kleines Satiremagazin aus Deutschland lockte ihn nun aus der Reserve. Die „Titanic“ taucht wieder auf!

Zugegeben, ein ungeschriebenes Blatt ist die „Titanic“ im wahrsten Sinne des Wortes nicht. Seit Jahrzehnten legt die Redaktion den Finger immer auf genau die Wunde, die am meisten weh tut und schlachtet „heilige Kühe“ (und manchmal eben auch heilige Väter…) am laufenden Band. Nichts und niemand ist sicher, erst recht nicht, wer im Licht der Öffentlichkeit steht. Doch im Juli ging die „Titanic“ scheinbar einen Schritt zu weit: Im Zuge der „VatiLeaks“-Affäre zierte Papst Benedikt das Cover des Magazins in mit Fäkalien besudelter Soutane. Der Vatikan reagierte prompt und ließ die Fotomontage verbieten. Wirklich die richtige Reaktion?

Die Auflage des Blattes soll sich in diesem Monat um 70 Prozent gesteigert haben! Was verboten ist, lockt eben am meisten. Grund genug für die Redakteure ,dran zu bleiben und im August – dreist wie immer – wieder den Papst als Titelheld zu nehmen. Gleiches Foto, gleicher Tenor, nur die Soutane ziert diesmal kein Unrat, sondern Fingerfarbe und Kussmünder. Der Vatikan schweigt bisher, die „Titanic“ reibt sich die Hände, dank der neu gewonnen Aufmerksamkeit. Vom Nischenblatt zurück ins Licht der Öffentlichkeit – ein neues Wunder „made in Rome“.

Jessica Löscher für agnieszka-berlin.com

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