Veröffentlicht: Donnerstag, März 15, 2012 von Agnieszka Berlin

Unter weißen Segeln: Roms Architektur und die Gegenwart

Wer an Rom denkt, taucht in die Vergangenheit. Na klar, über 2000 Jahre Geschichte verteilt auf sieben Hügeln verleitet zum Blick nach hinten. Spannender kann Geschichte nicht sein als in der ewigen Stadt! Doch wer genau hinschaut, der findet auch das Jetzt und merkt schnell: der Blick lohnt sich! Ein Beispiel ist die Kirche “Dio Padre Misericordioso” (dt.”Gott, der barmherzige Vater”)

Zugegeben, an Kirchen mangelt es Rom wahrlich nicht. 599 Gotteshäuser stehen in unserer Stadt. Doch offensichtlich ist man der Gotteshäuser nicht satt. So entstand vor der Jahrtausendwende die Idee, zum Heiligen Jahr Kirchen von ganz besonderer architektonischer Qualität vor allem in den Randbezirken entstehen zu lassen.

Für das Viertel Tor tre Teste wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben und die berühmtesten Architekten (u.a. Frank O. Gehry) eingeladen, einen Beitrag zu leisten. Den Zuschlag bekam der Amerikaner Richard Meier, der auf dem Areal eine Kirche wie ein Schiff unter drei Segeln realisierte. Ein Symbol, das sich schon unter den Malereien in den Katakomben findet und damit auf früheste christliche Kunst verweist. Wenn das keine Brücke ist! Das Schiff als Volk Gottes, das durch raue Zeiten segelt – das verliert wohl nie an Aktualität.

Übrigens – für den Bau ist ein Beton verwendet verwendet worden, der als selbstreinigend und damit als luftverbessernd gilt. Vielleicht ist das auch ein kleiner Trost für alle, die trotz des römischen Verkehrs einmal tief durchatmen wollen.

Die Kirche ist ein tolles Beispiel dafür, dass in der ewigen Stadt – entgegen aller Vorurteile – die Zeit nicht still steht. Augen auf und zurück in die Zukunft!

Busverbindungen unter: http://www.atac.roma.it/

Foto: Psidium

http://it.wikipedia.org/wiki/File:Chiesa_dio_padre_misericordioso_roma.JPG, GNU-Lizenz für freie Dokumentation

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