Veröffentlicht: Freitag, Oktober 14, 2011 von Agnieszka Berlin

Arme Kunst im MAXXI

Nein, ein Kunstwerk der Arte Povera ist längst kein Schnäppchen mehr. Künstler wie Gilberto Zorio, Giuseppe Penone oder Jannis Kounellis sind international renommiert und werden nach New York, London oder Kassel zur Documenta eingeladen. Da ist es also an der Zeit, das auch das MAXXI, Roms Museum für zeitgenössische Kunst sich dem Phänomen der armen Kunst einmal widmet. Arm ist hier also unter Umständen nicht der Künstler, sondern das Kunstwerk selber, das aus ganz einfachen Materialien besteht, gerne aus dem Baumarkt oder gleich aus der Natur selber entnommen.

Für unsere toleranten Ohren nach der Jahrtausendwende klingt das natürlich nicht besonders außergewöhnlich. Aber am Ende der 60er Jahre, als der Begriff erstmals fiel, war auch die Arte Povera eine kleine Revolution neben vielen anderen in der Kunst. So wie Nachkriegsdeutschland bei Namen wie Joseph Beuys oder Gerhard Richter die Hände über den Kopf zusammenschlug, so erging es Italien mit Zorio oder Penone. Beide erschaffen ganze Räume aus Dingen, denen wir normalerweise keine Beachtung schenken, sei es Holz, Gummi oder ein einfacher Bindfaden. Manchmal laut, manchmal leiser, aber immer wunderbar poetisch bekommen diese Helden des Alltags einen neuen Zweck und damit auch einen neuen Wert. Vielleicht ja auch für uns ein Wink mit dem Zaunpfahl, alles einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten und neue Wege zu gehen. Fangen wir doch gleich in Rom damit an!

Jessica Löscher für Romaeterna

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