Veröffentlicht: Freitag, Dezember 31, 2010 von Agnieszka Berlin

Abendessen im Percento – köstliches Essen, wunderbare Weine, schöne Atmosphäre!

Während meiner Jahre in Ligurien und in der Toskana habe ich gelernt, was wirklich gutes Essen bedeutet. Seit dem ich in Rom lebe, vermisse ich oft diese Momente der Ekstase die ich in verschiedenen Trattorien und Restaurants der Toskana genossen habe. Die römische Küche ist zwar sehr schmackhaft, aber für Menschen gedacht, die schwer arbeiten und die daher viele Kalorien zu sich nehmen müssen. Eine Woche lang Carbonara und frittierte Reisbällchen essen, ist mir einfach nicht möglich (zumal sich meine Kleidergröße nach oben hin verändern würde…) und ich sehne mich nach einer interessanten und leichteren Küche.

Zum großen Glück verändert sich die kulinarische Welt Roms in den letzten Jahren und so habe ich auf einem meiner Streifzügen durch Rom das Restaurant Percento entdeckt. Aufmerksam geworden bin ich durch die offene Küche, die man von der Straße aus sehen konnte und in der eine junge Köchin stand: Michal Levy.

Michal, aus Tel Aviv stammend, hat ihre Erfahrungen gesammelt in Tel Aviv (hier war sie Chef im Sheraton), New York, in Mailand und in Apulien. Ihre Gerichte sind eine Verbindung antiker und moderner Traditionen. Jede Speise wird von ihr persönlich zubereitet – nichts wird fertig erworben. Michal erzählte mir, sie habe an Frauen gedacht, als sie die Küche des Percento “konzipiert” hat. “Die Speisen sollen leicht, delikat, schmackhaft und gesund sein. Wenn die Grundprodukte stimmen, brauche ich nur meine Liebe und Passion hinzuzufügen.” sagte sie. Für die Weine hingegen ist Ferdinando Milea “zuständig”. Seine jahrzehntelange Erfahrung als Sommelier lässt ihn immer den richtigen Wein zu den jeweiligen Speisen auswählen.

Gestern Abend habe ich mit Freunden im Percento gegessen. Wir haben uns einfach auf die Empfehlungen des Hauses verlassen und nicht aus der Menuekarte bestellt. Und wir sind nicht enttäuscht worden. Jedes Gericht war ein Genuss. So habe ich zum Beispiel Paccheri-Nudeln mit einer Pestosauce gegessen, die die beste meines Lebens war. Sie werden sagen, was ist denn an Pesto schon “anders” zu machen? Ja, die Frage hätte ich mir vielleicht auch gestellt, vor Allem da ich leider nicht gut kochen kann – bis ich Michals Pesto gegessen habe. Ich glaube das,was mich so besonders beeindruckt hat. war die Verbindung zwischen Altbekanntem und Neuem. Michals Gerichte sind keine Nouvelle-Cuisine, sondern basieren auf alten reichen Traditionen und sind dabei doch modern. Das auf Demiglace servierte Filet zerfloss im Mund und die Demiglace erinnerte mich an tagelang mit Liebe und Hingabe eingekochte Saucen meiner Großmutter während die in Creme-Brullée eingebettete Halva mit Bällchen aus Pistazieneis und einer unglaublich schönen Konstruktion aus weisser Schokolade ein Ausflug war in eine neue Welt! Die zu all den Speisen servierten Weine (u.a. ein Merlot aus Israel), u.a. ein Dessertwein von Pedro Ximenez, waren köstlich und perfekt kombiniert. Ferdinando hat uns sehr persönlich und aufmerksam umsorgt und uns zu jedem Wein mit Hintergrundinformationen beschenkt.

Ich habe seit Langem nicht mehr so fantastisch gegessen und mich so wohl gefühlt!!!

Meine absolute Empfehlung an all die Gäste, die ein Restaurant suchen mit einer schönen Atmosphäre und  Speisen, die über das “Übliche” hinausreichen!

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